Als Leiter Rollmaterial und Technik der asm hat Daniel Fankhauser den gesamten Revisionsprozess des «vinifuni» begleitet. An dieser Stelle äussert er sich unter anderem zu den Meilensteinen, den Rückmeldungen, erklärt seinen persönlichen Bezug und zieht ein Fazit zu den Ende Dezember 2025 abgeschlossenen Arbeiten.
«Nach 20 Jahren Betrieb seit der letzten umfassenden Erneuerung musste die Leit- und Antriebstechnik ersetzt werden. Ersatzteile waren teilweise nur noch bedingt verfügbar. Gewisse Komponenten hätten bei einem Ausfall nicht mehr ersetzt werden können; somit wäre der Betrieb nicht mehr gewährleistet gewesen.»
«Bereits im Juni 2022 wurde an Bund und Kanton Bern ein Vorgesuch zur Abklärung der Finanzierung der vorgesehenen Arbeiten durch die öffentliche Hand eingereicht. Knapp ein Jahr später wurde die öffentliche Ausschreibung der elektromechanischen Arbeiten publiziert. Das definitive Gesuch zur Betriebsmittelgenehmigung wurde im Juni 2024 eingereicht und durch das BAV ein Jahr später im Juli 2025 genehmigt. Schliesslich konnten wir das Projekt in der Zeit zwischen Oktober und Dezember 2025 erfolgreich umsetzen.»
Daniel Fankhauser
«Die Arbeiten waren umfangreich und vielfältig: von der Erneuerung der Leit- und Antriebstechnik über die Grossrevision der mechanischen Ausrüstung, die Revision des Fahrwerks, der Fangbremsen und des Zugseilanschlusses bis zum Ersatz der pneumatisch angetriebenen Türen durch elektrisch angetriebene Türen. Und schliesslich der neue rote asm-Lackanstrich.»
«Die Sanierung der technischen Anlagen wurde gleichzeitig für Unterhaltsarbeiten entlang der Strecke genutzt. Unter anderem mit Erneuerungen von Befestigungspunkten, des Schottergleises sowie Arbeiten am Steinschlagschutznetz.»
«Nachdem 2012 ein Personenlift in der Talstation installiert worden war, folgte nun die Nachrüstung der Bergstation – ebenfalls mit einem den BehiG-Anforderungen gerechten Personenlift. Zudem ist der neue Anbau der Bergstation für Kunden mit Mobilitätseinschränkungen besonders relevant. Dieser gewährleistet barrierefreien Zugang zur Bahn, trennt die Verkehrsströme der ein- und aussteigenden Fahrgäste und beinhaltet eine behindertengerechte Toilettenanlage.»
«Der Betriebsunterbruch dauerte vom 6. Oktober bis 17. Dezember 2025. Alle Fahrgäste mussten in dieser Zeit auf die speziell lancierte PostAuto-Linie umsteigen. Wir sind glücklich und dankbar, dass praktisch alle Involvierten verständnisvoll und geduldig auf den Ausfall reagierten – es gab nur vereinzelt negative Rückmeldungen.»
«Ich durfte bereits vor 20 Jahren den Umbau von der Pendelbahn mit zwei Wagen zur Windenbahn mit einem Wagen als Gesamtprojektleiter begleiten. Die Standseilbahn ist für mich eine interessante Abwechslung zu den täglichen Herausforderungen der Eisenbahn. Wenn ich in der Gegend bin, geniesse ich das grandiose Alpenpanorama – insbesondere bei guter Fernsicht. Die Begleitung des Revisionsprozesses war für mich eine Herzensangelegenheit.»
«Die Arbeiten verliefen ohne grössere Zwischenfälle: Die Koordination und die Kommunikation der involvierten asm-Mitarbeitenden, der Bauspezialisten und der Lieferanten klappten bestens. Eine grosse Herausforderung waren die zahlreichen parallel auszuführenden Arbeiten. Dank der gegenseitigen Rücksichtnahme konnten diese erfolgreich abgeschlossen werden. Das ‹vinifuni› wurde umfassend modernisiert und ist nun für die nächsten rund 20 Betriebsjahre bestens gerüstet.»
Das «vinifuni» ist ein wichtiges Bindeglied für Pendler:innen und Anwohnende zwischen dem Bielerseeufer und dem Plateau de Diesse. Mit der Inbetriebnahme im Dezember 2025 wird das «vinifuni» ein entscheidender Teil der Reisekette für Fahrgäste vom Plateau de Diesse nach Biel/Bienne und umgekehrt sein.